Die Geschichte der Florianshütte






Florianshütte
1929 – heute


Von der alpinen Vereinigung der
Berufsfeuerwehr München e.V.


zum


Verein Erholungsheim der
Berufsfeuerwehr München e.V.




Chronik:



Hier mit wenigen Worten die Geschichte der Florianshütte, herausgelesen aus den eher trockenen Protokollen der Ausschusssitzungen und Mitgliederversammlungen seit der konstituierenden Versammlung am 13. März 1928.

Damals fanden sich gleich gesinnte Feuerwehrkameraden zusammen, mit dem Ziel, auf dem Südhang des Braunecks eine Berghütte zu errichten. Man hatte schon recht konkrete Vorstellungen. Zunächst wurde von vier Bauern ein Grundstück von 20 Dezimal Größe (680 m²) zum Preis von 1.200 Reichsmark erworben; das ganze Vorhaben wurde mit 12.000 Reichsmark veranschlagt.
Der neu gegründete Verein nannte sich „Alpine Vereinigung“ – aus unserer heutigen Sicht etwas hoch gegriffen für 1270 m, aber durchaus berechtigt, wenn man das Baumaterial hinauftragen muss, und der einmalige Blick auf das Alpenpanorama rechtfertigt den Ausdruck „alpin“ erst recht. Für die Ausführung einigte man sich nach mehreren Sitzungen auf den Entwurf Striegl, der den Hauptbau ohne Veranda umfasste und für 16 bis 18 Betten ausgelegt war. Die Finanzierung erfolgte – nach ergebnislosen Verhandlungen mit Münchner Brauereien – völlig aus eigener Kraft durch die Ausgabe von Schuldscheinen zu 5, 25 und 50 Reichsmark, ergänzt durch Spenden  und Stiftungen. Die Hütte sollte den Namen „St. Florianshütte“ erhalten. Über den eigentlichen Bau der „Urhütte“ schweigt das Protokoll seltsamerweise völlig. Wir müssen uns vorstellen, welches Unterfangen es war, buchstäblich jeden Stein und jedes Sackl Zement auf dem Rücken hinaufzuschleppen. Dennoch kam der Bau rasch voran, 1929 war die Hütte bereits in Betrieb, im Protokoll findet sich die Eintragung: 
„Bei Überfüllung haben die Eltern das Bett mit ihren Kindern zu teilen“.





Auch nach Fertigstellung  des Hauptbaus war die Baulust  - oder soll man sagen Bauwut noch nicht vorüber. Bereits im August 1930 wird von Erweiterungen und Verbesserungen berichtet. Im Februar 1931 erstellte man ein Modell für den Anbau. Im Erdgeschoss sollten ein Bad, ein Arbeitsraum, ein Waschraum und eine Holzlege, sowie im Oberstock 15 Betten Platz finden.
Es blieb nicht lange nur beim Modell, im Dezember wird die Fertigstellung protokolliert.

Diese ersten Jahre waren von einer ständigen Finanznot begleitet.
Der rege Besuch bestätigte die Erwartungen der Erbauer im vollen Maße. Im Rechnungsjahr 1930/31 verzeichnete die Hütte 2312 Besucher, eine Zahl, die man an den wesentlich kleineren  Verhältnissen, dem damaligen Freizeitangebot, den Verkehrsbedingungen und nicht zuletzt an den Wirtschaftsverhältnissen dieser Jahre messen muss, um ihren Wert zu erkennen.

1931 entstand der erste Anbau. Er schaffte Platz für 15 weitere Betten.

1933 begann die so genannte  Gleichschaltung. Alle Vereine wurden einer unbedingten Meldepflicht unterworfen und die „Alpine Vereinigung“ musste sich – mit Vorbehalt – dem Deutschen Bergsteiger- und Wanderer-Verband anschließen. Die Veranlagung zur Umsatzsteuer erledigte man durch die Erhöhung  des Bierpreises um einen Pfennig!

1933 erfolgte ein Neubau des Motorenhauses und der Umfassungsmauern, gleichzeitig plante man den Bau der Glasveranda.
Überhaupt tauchten in den Berichten nun mehr und mehr die bekannten Vokabeln auf: Gleichschaltung, Führerprinzip, Einheitssatzung, Reichssportführer und so weiter. Die Versammlungen zeichnen sich dadurch aus, dass wenig diskutiert, dafür mehr einstimmig angenommen wird und schließen mit Sieg Heil auf den Führer. Aber das Protokoll ist vordergründig. Neben diesen äußeren Zwängen läuft das Vereinsleben in alter Weise weiter. Es wird angebaut und umgebaut. Die ohnehin nicht rosige Finanzlage wurde durch Steuern und Abgaben zusätzlich belastet. 1938 zwingen gesetzliche Änderungen die Vorstandschaft dazu, die die Florianshütte der Stadt München zu übertragen, im Januar 1939 bedeutet das Inkrafttreten des Feuerlöschgesetzes sogar die Vereinsauflösung. Nach Tilgung  der Verbindlichkeiten  wird das restliche Vereinsvermögen der Fußballabteilung übertragen.

Über die nächsten zehn Jahre gibt es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen,doch soll das Hüttenleben unbehelligt in alter Form weitergelaufen sein – natürlich auf Sparflamme, denn die Kriegsjahre ließen den Feuerwehrleuten alles andere als Zeit für alpine Ausflüge.

Ab 6. Juli 1949, nach landläufiger Zeitrechnung, also „nach der Währungsreform“, traf sich ein vorbereiteter Hüttenausschuss, um das zwar florierende aber „gesetzlose“ Hüttenleben wieder auf eine Vereinsbasis zu stellen. Insbesondere waren wieder Mitgliederbeiträge notwendig, um auf gesicherte Einnahmen zurückgreifen zu können. So wurde am 12.10.1949 der Verein „Erholungsheim  Berufsfeuerwehr München“ gegründet. Die 241 Mitglieder wählten den Kollegen (so hießen die Kameraden jetzt) Franz Xaver Maier zum Vorsitzenden. Das ursprünglich ins Auge gefasste Ziel, die Florianshütte wieder in den Besitz des Vereins zurückzuführen, wurde rasch aufgegeben, da es für den Verein wenig Vorteile gebracht hätte.
So wären beispielsweise erhebliche Lastenausgleichszahlungen zu leisten gewesen. Selbstverständlich  begannen sofort Um- und Ausbauarbeiten. Trotz bescheidener Beitrags- und Übernachtungsgebühren in Pfennigbeträgen war die Finanzsituation des Vereins im Gegensatz zu den Vorkriegsjahren gut, wozu eine Spende der Stadt in Höhe von 6.000 DM nicht unwesentlich beitrug. So wird die Küche und ein Erweiterungsbau erstellt, bestehend aus Motorenraum, Batterieraum, Skiabstellraum und Herrenwaschraum, dazu eine Holzlege mit Stallung. 1956 stellt eine Hüttenkommission fest, dass die „Flori“ als die schönste Hütte im ganzen Umkreis gilt.

Das Registergericht verursachte einen kleinen Sturm im Wasserglas mit seiner Feststellung, dass der Vorstand nicht satzungsgemäß gewählt sei. Der vom Gericht bestellte kommissarische Vorstand ist der nicht ordentlich gewählte Maier Franz. Nach einer einstimmigen Wiederwahl ist er es dann doch. Es muss eben alles seine Ordnung haben. Es folgten nach zähen Verhandlungen über die Wasserrechte der Bau einer neuen Wasserleitung  und der Einbau eines Tanks. Dadurch entsteht das Problem, auch die Abwasserbeseitigung zu erneuern. Als besonderer Fortschritt ist 1957 die Stromversorgung durch Anschluss an das Netz des Isar-Amperwerkes zu feiern.
Das Protokoll vom 6. Dezember 1957 verzeichnet:
„Wir haben seit etwa 14 Tagen eine Festbeleuchtung auf unserer Hütte“.

Eine einschneidende Veränderung nicht nur des Hüttenbetriebs, sondern des Charakters der ganzen Gegend bringt die Bergbahn auf das Brauneck. Es kommen jetzt nicht nur die Zünftigen und damit wächst der Anspruch an den Komfort. Der Schlafraum 2 wird zu Einzelzimmern ausgebaut, das Matratzenlager des Schlafraums 1 wird mit Trennwänden und Vorhängen unterteilt.


1958 reißt ein Bergrutsch die Wasserleitung ab. Die daraus entstandenen Mühen und Kosten unterbrechen zwangsläufig die Ausbauarbeiten.
1960 scheidet der Vorstand F. X. Maier aus. Aus der Neuwahl geht der langjährige Kassier Josef Bleicher als neuer Vorstand hervor.
Die Reparatur- und Verschönerungsarbeiten gehen weiter, auch die anhaltenden Schwierigkeiten mit der Wasserleitung. Das Wasserwirtschaftsamt fordert die Chlorierung des Wassers. Eine neue Quellfassung ist erforderlich und das Wassernutzungsrecht kann auf 20 Jahre vertraglich gesichert werden. Kurzum – Vereinsalltag.


Da die Reiserbuam – würdige hoch betagte Männer – den Mulitransport aus Altersgründen einstellen, wird der Bau einer Materialseilbahn erforderlich. Dafür gibt es einen Zuschuss von 20.000 DM von der Stadt München. Der Bau erfolgte durch die Bergbahn AG, nach vorbereitenden  Arbeiten durch Vereinskollegen. Am 7. Juni 1964 hielt  Abt Hugo Lang eine Bergmesse zur Feier der Einweihung. Bereits im darauf folgenden Winter reißt ein 60 Zentimeter starker, stürzender Baum das Seil ab und einen Pfeiler aus der Verankerung.

Der ständige Kampf mit den Naturgewalten in dieser Region kostete den Verein viel Geld und noch mehr Arbeit. Die Quellfassung in Beton, 1964 für 12.000 DM erstellt, verbessert die Qualität des Trinkwassers so, dass das Wasserwirtschaftsamt auf eine Chlorierung verzichtet und ermöglicht gleichzeitig die Wasserversorgung für ein Badebecken.

Auf einstimmigen Beschluss wird der Jahresbeitrag ab 1966 auf 3 Mark erhöht. Das Protokoll vermerkt erstmalig ein Nachlassen der freiwilligen Arbeitsbereitschaft der Kollegen – ein Problem, das auch in allen folgenden Berichten auftaucht. Nichtsdestoweniger hat der Verein – wie könnte es anders sein – große Baupläne. Nach hitzigen Diskussionen über die verschiedenen Varianten wird mit überwältigender Mehrheit der „großen Lösung“, einem Vorschlag unseres Kollegen Geiger zugestimmt. Dieser sieht den Neubau einer vergrößerten und voll unterkellerten Veranda zum geschätzten Preis von 27.000 DM vor. Dazu begannen ab März 1966 die Arbeiten unter der Leitung des Kollegen Fritz Aldinger. Den Spitznamen, den er sich dabei holte, soll der Bericht verschweigen. Bereits Ende Juli war der Neubau mit einem Kostenaufwand von knapp 28.000 DM fertig und es begannen unmittelbar die Arbeiten an der Heizung. Die Finanzierung durch eine einmalige Spendenaktion verlief so günstig, dass das Vereinsvermögen am Ende dieses Jahres mit einem Guthaben von 3.500 DM abschloss. 1967 wurden die Arbeiten an der Heizung und an den Außenanlagen abgeschlossen.
Leider wurde auch festgestellt, dass die Wasserleitung jetzt zwar einigermaßen frostsicher, aber dafür umso verrostet ist, dass sie erneuert werden muss. Die Neuverlegung der Wasserleitung, die Isolierung der Heizung und einige andere Arbeiten leiten den Bericht über die Jahreshauptversammlung 1968 ein, auf der sich der Vereinsvorstand Bleicher nach zwanzigjähriger  Tätigkeit für den Verein verabschiedet.

Die Neuwahl bestimmt den Kollegen Albert Neuburger zum neuen Vorstand. 1969 wird den Kollegen Bleicher, Liedl und Scheidl die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Ein ganz großer Umbauplan für den nördlichen Teil der Hütte wird zwar einstimmig von der Versammlung gebilligt, schläft dann aber vollständig ein. Dies ist nicht zuletzt aus einem stark nachlassendem Interesse der Mitglieder – von einigen Unermüdlichen ausdrücklich abgesehen – zu erklären. Ärger und Reibereien  verschleißen Zeit und Kraft der Aktiven. Der Kassier verliest seinen Kassenbericht unter Protest, da von 540 Mitgliedern nur 28 zur Versammlung erschienen waren. Die Stimmung ist am besten dadurch zu kennzeichnen, dass 24.000 DM in der Kasse sind und nicht gebaut wird! Es wird immer schwieriger, freiwillige Arbeiter zu finden. Das Wetter ist schlecht, der Hüttenbesuch schwach, ein Pächterwechsel wird erforderlich, kurzum Tendenz lustlos.
1971 wird eine Klärgrube gebaut, die dringend erforderlich war. Im August 1972 kann der Bau der Klärgrube fertig gestellt werden. Ein gewaltiger finanzieller Brocken droht dem Verein mit dem Anschluss an die Wasserversorgung  vom Tal herauf: 30.000 Mark wären aufzubringen und der Kubikmeter Wasser würde dann 9 Mark kosten. Es wird beschlossen, erbitterten Widerstand zu leisten.

1973 wird das Pächterproblem so schwierig, dass die Hütte zeitweilig von Kollegen und ihren Frauen bewirtschaftet werden muss. Dennoch laufen Baumassnahmen, die Küche wird umgebaut, die Pächterwohnung erweitert.

Ständig steigende Kosten für den Hüttenbetrieb zwingen zu regelmäßigen Erhöhungen der Gebühren – worin sich letztlich nur die allgemeine Teuerung widerspiegelt.  
In den folgenden Jahren wurde an allen Ecken und Enden die „Flori“ gebaut um sie zu verschönern. Die immer wiederkehrenden Arbeiten an der Wasserleitung ließen nicht lange auf sich warten. Der Berg arbeitete die Rohrleitungen immer wieder frei oder sie wurden abgerissen. Die Sorgen und Nöte der Pächter verursachten uns so manches Kopfzerbrechen.

Die Hütte wurde 1995 renoviert. Das Dach wurde vollkommen erneuert.

Eine neue Küche wurde eingebaut und 2 Kühlboxen sind in Betrieb genommen worden. Der finanzielle Aufwand belief sich auf 120.000 DM.
1992 kommen wieder mal die Fenster an die Reihe, etwas kleiner als
bisher, aber besser zur Hütte passend. Auch von innen kann man sich sehen lassen.
Im Jahr 2002 waren wieder einmal sehr schwierige und personalaufwändige Arbeiten nötig geworden, die zum größten Teil von den jungen Kollegen im Grundkurs kraftvoll erledigt wurden.
Das waren Bäume fällen, Holz zu Brennholz zerkleinern, Abbau und Neuinstallation der defekten Steuerleitung  und des Tragseils vom Lastengehänge.  Das bedeutete 700 Meter Kabel neu einziehen.
Zum Schluss musste die Fäkaliengrube entleert werden.

Im Jahr  2003 war der Gastraum an der Reihe. Die Heizung wurde modernisiert. Die Bestuhlung wurde erneuert und ein Raumteiler wurde eingezogen. Der neue Gastraum mit seiner gemütlichen Atmosphäre kann sich jetzt wieder sehen lassen.

Nach starker Beanspruchung der neuen Bestuhlung, gerade in den Wintermonaten wurde 2006 die gesamte Eckbank Instand gesetzt.


Das leidige Thema Wasserleitung ist auch immer noch ein wiederkehrendes Problem, bei dessen Lösung, bzw. Reparatur regelmäßig tatkräftige Hilfe vom Singhammer Sepp kommt.

Für die kommenden Jahre sind derzeit einige Projekte geplant, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, aber den Charakter einer Berghütte nicht zu verlieren.
Im Jahre 2009 wurde auch eine Solaranlage installiert, um den Heizölverbrauch zu senken und somit auch noch mehr dem Umweltschutz Rechnung zu tragen.

 

 

Zwischenzeitlich schreiben wir das Jahr 2014 und die Arbeiten zur Kanalisierung des Brauneck nehmen Gestalt an.

 

Auch die komplette Westfassade der Hütte wurde isoliert und mit Lärchenschindeln neu verkleidet.

 

Die Aussenanlagen sind ebenfalls umgestaltet worden. So wurde die Wegführung geändert und auch rund um die Hütte neu gepflastert.

 

 

Das Jahr 2016 steht unter keinem guten Stern.

 

Die Florianshütte wird geschlossen.

Das Landratsamt untersagt den weiteren Betrieb, da ihrer Meinung nach der Brandschutz nicht gewährleistet wäre.

Viele Expertenmeinungen werden gehört, aber am Ende hilft es nichts. Es bleibt bei der Schliessung, wie auch bei vielen anderen Berghütten.

Ob hier in Zukunft noch Berghütten, wie man sie sich vorstellt, existieren können, vermag man nicht zu sagen.

 

So wird mit der Planung, Genehmigung und vieles mehr begonnen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Dies zieht sich über viele Monate hin und erst Mitte 2017 wird mit den Vorarbeiten, die von einigen freiwilligen Mitgliedern des Vereins erledigt werden, begonnen.

So mussten unter anderem die 2009 erwähnte Solartermieanlage aus Landschaftsestetischen Gründen und Rettungsleitern abgebaut werden, da ein zweiter Rettungsweg neu gebaut wird.

Die Hütte wird sowohl im Äusseren, als auch im Inneren ihr Erscheinungsbild ändern.

 

Nun ist wenigstens der Kanal- und Wasseranschluß fertiggestellt, sowie die redundante Wasserversorgung durch unsere eigene Quelle winterfest verlegt.

Dies alles geht natürlich nur mit der Unterstützung der verschiedenen Referate der Landeshauptstadt München.

 

 

Es liegt noch viel vor uns..........

 

 
























Hier sind wir zu finden:

Florianshütte am Brauneck
Finstermünzalpe 1

83661 Lenggries

Kontakt:

zu erreichen unter:

 

  • Tel.:
  • +49 8042 8900
  • Fax:
  • +49 8042 978120

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